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Patient, männlich, 49 Jahre

Ich lebe seit 2 Jahren mit der Diagnose "Haarzell-Leukämie".
Angefangen hat alles mit einem Herzinfarkt im April 2000. Nach schnellem Einsatz der Feuerwehr und einer kompetenten Notärztin konnte das Ärgste verhindert werden und im Krankenhaus war dann klar, dass der Arbeitsstress die alleinige Ursache war, denn ich treibe regelmäßig Sport (Wasserball, Bergsteigen und Wandern) und bin Nichtraucher.

Wieder zu Hause gab es blutverdünnende Medikamente und einen Kurantrag. Die Kur habe ich erfolgreich absolviert und wurde mit einer stabilen Herz-Kreislauf-Situation entlassen. Allerdings wurde ich beim Abschlussgespräch mit meinen sehr niedrigen Thrombozyten-Werten konfrontiert und der möglichen Diagnose "Thrombozytopenie", die in 6-9 Monaten zum Tode führen sollte.

Derart beunruhigt ging ich zu meinem Hausarzt, der außerdem noch eine stark vergrößerte Milz feststellte und mich zum Hämatologen überwies. Dieser suchte nun ca. 2 Monate nach einer Ursache, u.a. nach Aids. Im November 2000 wurde dann eine "Beckenstanze" (Knochenmarkentnahme) durchgeführt und ein pfiffiger Phatologe kam auf die Idee, nach Haarzellen zu suchen und fand sie auch. Man vermutete, dass die Krankheit schon seit ca. 5 Jahren da war. Nachträglich waren damit Erschöpfungszustände und häufige fiebrige Erkrankungen erklärbar.

Im Frühjahr 2001 (wegen geringerem Infektrisiko) wurde aufgrund der schlechten Blutwerte und der stark vergrößerten Milz eine 2CdA-Behandlung ambulant an 5 Tagen zu je 3 Stunden durchgeführt. Nach vorerst starkem Absinken der Leukozyten erholten sie sich schnell wieder. Leider wurden aber immer noch Haarzellen im Blut gefunden und so entschlossen sich die Ärzte zur Wiederholung der Chemotherapie mit derselben Dosis. Diese zweite Behandlung habe ich ebenso wie die erste (bis auf etwas Übelkeit) gut vertragen.

Sämtliche Blutwerte sind sehr langsam wieder gestiegen und liegen nun, ein Jahr nach der Behandlung, teilweise an den unteren Grenzen bzw. innerhalb der Normalwerte, die Größe der Milz ist normal. Ich fühle mich bis auf gelegentliche Erschöpfungszustände und Schweißausbrüche ganz gut und führe ein ganz normales Leben.

Alle Werte werden nun vierteljährlich kontrolliert und bis auf ein paar Tage vor den Untersuchungen denke ich meistens nicht an meine Krankheit.