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Was ist Haarzellenleukämie?Haarzellenleukämie ist eine Erkrankung, bei der Krebszellen (bösartige Zellen) im Blut und im Knochenmark vorhanden sind. Ihren Namen erhielt diese Erkrankung, weil die Krebszellen bei mikroskopischer Betrachtung haarförmige Ausläufer zeigen.Bei der Haarzellenleukämie sind die Lymphozyten, eine Unterart der weißen Blutkörperchen, betroffen. Lymphozyten werden im Knochenmark und in anderen Organen gebildet. Das Knochenmark ist das schwammartige Gewebe im Innern der großen Knochen unseres Körpers. Das Knochenmark produziert rote Blutkörperchen (die Sauerstoff und andere Stoffe in alle Gewebe des Körpers befördern), weiße Blutkörperchen (die Infektionen bekämpfen) und Blutplättchen (die für die Blutgerinnung sorgen). Lymphozyten werden auch in der Milz (ein im linken Oberbauch befindliches Organ, das Lymphozyten bildet und alte Blutzellen aus dem Blut herausfiltert), in den Lymphknoten (kleine, bohnenförmige Organe, die über den ganzen Körper verteilt sind) und in anderen Organen gebildet. Die Leukämiezellen einer Haarzellenleukämie können sich in der Milz ansammeln und diese anschwellen lassen. Es kann auch zu einem Mangel an normalen weißen Blutkörperchen im Blut kommen, da die Leukämiezellen ins Knochenmark vordringen und die normale Blutbildung beeinträchtigen. Dies kann zu einer erhöhten Infektanfälligkeit führen. Sie sollten einen Arzt aufsuchen, wenn Sie sich ständig müde fühlen, Ihre Milz größer ist als sonst oder wenn Sie einen Infekt über längere Zeit nicht überwinden. Bei Symptomen einer Leukämie veranlaßt der Arzt zunächst eine Blutuntersuchung, bei der die einzelnen Blutzellarten ausgezählt werden. Wenn die Testergebnisse nicht normal ausfallen, müssen unter Umständen weitere Bluttests gemacht werden. Ein weitere Diagnosemethode ist die Knochenmarkbiopsie. Hierbei wird durch Einstechen einer Nadel in einen Knochen etwas Knochenmark entnommen und unter dem Mikroskop begutachtet. So kann der Arzt bestimmen, welche Art von Leukämie vorliegt, und eine geeignete Therapie planen. Die Heilungschance (Prognose) richtet sich nach der Zahl der Krebszellen im Blut und Knochenmark, dem Lebensalter und Allgemeinzustand des Patienten. Gesonderte Texte informieren über die akute lymphatische Leukämie (bei Erwachsenen und bei Kindern), die akute myeloische Leukämie (bei Erwachsenen und bei Kindern), die chronische lymphatische Leukämie und die chronische myeloische Leukämie. Wie Haarzellenleukämie therapiert wirdManche Patienten mit Haarzellenleukämie haben kaum Symptome und müssen unter Umständen nicht sofort behandelt werden. Meist beginnt die Therapie aber gleich nach der Diagnosestellung. Es gibt Behandlungsmöglichkeiten für alle Patienten mit Haarzellenleukämie. Es kommen drei Therapieformen zum Einsatz:
Die Chemotherapie benutzt Medikamente zum Abtöten von Krebszellen. Chemotherapeutische Medikamente (Zytostatika) können als Tabletten eingenommen oder in die Vene gespritzt werden. Man bezeichnet die Chemotherapie als eine systemische Behandlung, da die Medikamente über das Blut im Körper verteilt werden und Tumorzellen im ganzen Körper abtöten können. Interferon, eine körpereigene Substanz des Immunsystems, wird ebenfalls oft zur Behandlung der Haarzellenleukämie eingesetzt. |